Der Elefantenrüsselnebel (IC 1396A) gehört zu den außergewöhnlichen Gas- und Staubformationen unserer Milchstraße. Er befindet sich im Sternbild Kepheus (Cepheus), rund 2.400 Lichtjahre von unserer Erde entfernt. Seinen Namen verdankt er dabei seiner auffälligen Form, die auf astronomischen Aufnahmen an den langen Rüssel eines Elefanten erinnert.
Der Elefantenrüsselnebel (IC 1396A), aufgenommen in Neustadt (Hessen)-Speckswinkel.
Zudem ist der Nebel Teil der wesentlich größeren Emissionsnebelregion IC 1396 und besteht aus einer dichten Ansammlung von interstellarem Gas und kosmischem Staub. Das Licht, das wir heute von dieser Region empfangen, war also rund 2.400 Jahre unterwegs.
Der Elefantenrüsselnebel: eine riesige Wolke aus Gas und Staub
Genauer gesagt ist der Elefantenrüsselnebel eine sogenannte Dunkelglobule. Dabei handelt es sich um eine besonders dichte Ansammlung aus Gas und Staub, die das Licht dahinterliegender Sterne und Nebel teilweise verdeckt.
Die charakteristische Rüsselform entsteht dabei durch die intensive Strahlung und die Sternwinde des nahen, sehr massereichen Sterns HD 206267. Während weniger dichtes Material abgetragen wird, bleiben dichtere Bereiche länger bestehen und formen die auffälligen dunklen Strukturen.
Die umgebende Nebelregion IC 1396 ist um ein Vielfaches größer. Der Elefantenrüssel selbst ist laut NASA über 20 Lichtjahre lang.
Die hell leuchtenden Ränder entstehen außerdem durch ionisiertes Gas, insbesondere Wasserstoff, der durch die energiereiche ultraviolette Strahlung heißer Sterne zum Leuchten angeregt wird.
Im Elefantenrüsselnebel entstehen neue Sterne
Besonders interessant ist der Elefantenrüsselnebel, weil in seinem Inneren weiterhin neue Sterne entstehen.
Denn in den dichten Gas- und Staubwolken zieht die Schwerkraft das Material zusammen, wodurch sich sogenannte Protosterne bilden. Diese jungen Himmelskörper befinden sich zunächst noch in einer frühen Entwicklungsphase.
So konnten Astronomen im Jahr 2003 mithilfe des NASA-Weltraumteleskops Spitzer mehrere solcher jungen Sterne innerhalb des Nebels nachweisen, die im sichtbaren Licht durch den dichten Staub verborgen bleiben.
Gleichzeitig verändert die Strahlung der umliegenden Sterne langsam die Form des Nebels. Allerdings laufen diese Prozesse über sehr lange Zeiträume ab und prägen die Entwicklung der gesamten Sternentstehungsregion.
Meine Aufnahme aus Speckswinkel
Das hier gezeigte Astrofoto habe ich übrigens direkt bei uns in 35279 Neustadt (Hessen) – Speckswinkel aufgenommen.
Insgesamt besteht das fertige Bild aus 548 Einzelaufnahmen mit jeweils 60 Sekunden Belichtungszeit. Dadurch ergibt sich eine Gesamtbelichtungszeit von 9 Stunden und 8 Minuten.
Mehr Hintergründe zum Elefantenrüsselnebel findest du übrigens bei Wikipedia. Die Spitzer-Aufnahme der NASA mit den versteckten Protosternen findest du in der NASA-Bildergalerie. Weitere Bilder, die ich hier in Speckswinkel aufgenommen habe, findest du in unserer Rubrik Astrofotos.
Elefantenrüsselnebel: Daten und Fakten
- Bezeichnung: IC 1396A (Elefantenrüsselnebel)
- Objekttyp: Dunkelglobule / Sternentstehungsregion
- Sternbild: Kepheus (Cepheus)
- Entfernung: ca. 2.400 Lichtjahre
- Länge: über 20 Lichtjahre (Rüsselstruktur, laut NASA)
- Zugehörigkeit: Emissionsnebel IC 1396
- Besonderheit: Aktive Sternentstehung
- Aufnahmeort: Speckswinkel, Hessen
- Einzelaufnahmen: 548
- Gesamtbelichtungszeit: 9 Stunden und 8 Minuten

