Der Pelikannebel (IC 5070) gehört zu den beeindruckenden Emissionsnebeln unserer Milchstraße. Er befindet sich im Sternbild Schwan (Cygnus) und besteht aus riesigen Wolken aus Gas und kosmischem Staub. Seinen Namen verdankt er seiner auffälligen Form, die auf astronomischen Aufnahmen an einen Pelikan mit langem Schnabel erinnert.
Die Entfernung des Pelikannebels wurde lange Zeit mit etwa 1.500 bis 2.000 Lichtjahren angegeben. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen auf Grundlage von Daten des europäischen Weltraumteleskops Gaia kommen für den gesamten Nebelkomplex auf ungefähr 2.600 Lichtjahre. Das bedeutet, dass wir den Nebel heute so sehen, wie er vor rund 2.600 Jahren ausgesehen hat.
Eine riesige Wolke aus Gas und Staub
Der Pelikannebel gehört zusammen mit dem benachbarten Nordamerikanebel (NGC 7000) zu einer ausgedehnten Sternentstehungsregion. Beide Nebel sind Teil eines zusammenhängenden Komplexes, erscheinen aber durch die dazwischenliegende Dunkelwolke LDN 935 optisch voneinander getrennt.
Sein charakteristisches rötliches Leuchten entsteht hauptsächlich durch ionisierten Wasserstoff. Die energiereiche ultraviolette Strahlung heißer Sterne regt das Gas zum Leuchten an. Auf speziellen astronomischen Aufnahmen lassen sich zusätzlich Emissionen von Sauerstoff und Schwefel sichtbar machen.
Hier entstehen neue Sterne
Besonders interessant ist der Pelikannebel, weil in seinem Inneren und seiner Umgebung weiterhin neue Sterne entstehen. In dichten Gaswolken zieht die Schwerkraft das Material zusammen, wodurch sich sogenannte Protosterne bilden.
Junge Sterne beeinflussen ihre Umgebung durch intensive Strahlung und Materiestrahlen. Dadurch entstehen die auffälligen hellen und dunklen Strukturen, die den Pelikannebel so interessant für die Astrofotografie machen.
Diese Prozesse dauern Tausende bis Millionen Jahre und verändern die Gestalt des Nebels kontinuierlich.
Meine Aufnahme aus Speckswinkel
Das hier gezeigte Astrofoto habe ich direkt bei uns in 35279 Neustadt (Hessen) – Speckswinkel, aufgenommen.
Das fertige Bild besteht aus insgesamt 491 Einzelaufnahmen mit einer Gesamtbelichtungszeit von 8 Stunden und 11 Minuten.
Um die schwachen Strukturen des weit entfernten Nebels sichtbar zu machen, werden zahlreiche Einzelaufnahmen erstellt und anschließend zu einem Gesamtbild kombiniert. Dieses Verfahren wird als Stacking bezeichnet.
Durch das Zusammenführen der Aufnahmen lässt sich das Bildrauschen reduzieren, während feine Details und schwach leuchtende Gasstrukturen deutlicher hervortreten.
Schon beeindruckend, welche Details sich mit mehreren Stunden Belichtungszeit direkt von zu Hause aus sichtbar machen lassen.
Daten und Fakten
- Bezeichnung: IC 5070 (Pelikannebel)
- Objekttyp: Emissionsnebel / H-II-Region
- Sternbild: Schwan (Cygnus)
- Entfernung: ca. 2.600 Lichtjahre (Nebelkomplex)
- Nachbarobjekt: Nordamerikanebel (NGC 7000)
- Besonderheit: Aktive Sternentstehungsregion
- Aufnahmeort: Speckswinkel, Hessen
- Einzelaufnahmen: 491
- Gesamtbelichtungszeit: 8 Stunden und 11 Minuten
